Verbandsliga: TV Alzey schlägt in letzter Sekunde TV Nieder-Olm II

Handball Alzey 27.02.2018

Verbandsliga: TV Alzey schlägt in letzter Sekunde TV Nieder-Olm II

Von Claus RosenbergALZEY – Dieses letzte Tor hat höchsten Erinnerungswert: Sekunden vor der Schlusssirene glückte es Sebastian Ruch, dem Handballer vom TV Alzey. Es war das 35:34. Also jener Treffer, der dem TV Nieder-Olm II in der Verbandsliga den Nimbus der Unbesiegbarkeit raubte.

15 Spiele waren die Nieder-Olmer mit dem Ex-Saulheimer Tino Stumps ungeschlagen. In der Rundsporthalle ist diese atemberaubende Serie nun gerissen. 15 Sekunden vor Schluss erreichte die Spannung ihren Höhepunkt. 34:34 stand es, als TV-Coach Sascha Brauns eine Auszeit nahm. Eine Minute hatte er, um seine Spieler einzuschwören, ihnen taktische Anweisungen zu geben. Es war zu laut in der Halle, als dass seine Worte außerhalb der kleinen TV-Spielerschar hätten vernommen werden können. Brauns hatte sie aber behalten, erzählte sie hinterher jedem, der sich für diese finale Instruktion interessierte: „Ich wies die Spieler darauf hin, dass nur noch zwölf Sekunden zu spielen sind. Dass wir jetzt nicht die Geduld verlieren dürfen, sondern noch ein bisschen Zeit runterspielen müssen, damit die Nieder-Olmer keine Gelegenheit mehr zu enem vernünftigen Gegenangriff bekommen“, schilderte er. Außerdem wurde abgestimmt, dass entweder Marcel Bellermann oder Sebastian Ruch den Angriff abschließen sollten. Viel mehr Varianten gab es nicht, weil die Nieder-Olmer längst die beiden Alzeyer Strippenzieher, Max Bannicke und Daniel Strack, an der kurzen Leine hielten.

Augenblicke später, der Ball war durch die Reihen der 46er gewandert, glaubte Linksaußen Sebastian Ruch, es sei der rechte Moment für den Abschluss gekommen. Mit Schmackes haute er den Ball ins rechte obere Eck – 35:34. Noch ein wenig Hektik, und dann: Schluss. Der TV Nieder-Olm war endlich besiegt.

Jeder der 128 Zuschauer, die mit dem TV Alzey sympathisierten, mussten Ruch danach für diesen Treffer auf die Schultern klopfen. Und der 30-Jährige wurde nicht müde, zu erzählen, was ihm an diesem Tor am besten gefiel: „Wir haben genau den Spielzug umgesetzt, den wir uns in der kurzen Auszeit vorgenommen haben. Das ist nicht selbstverständlich. Wie oft geht das schief? Diesmal aber nicht.“

Es war das erste Mal, dass Sebastian Ruch in seiner langen Laufbahn ein derart prominentes Tor gelang. Ein so enges Spiel indes hat er öfter erlebt. Zum Beispiel in der vergangenen Saison, als der HC Gonsenheim praktisch mit dem letzten Torwurf besiegt wurde. Damals hatte Max Bannicke den Deckel drauf gemacht.

Überhaupt hatten die Alzeyer in dieser Begegnung gegen den TV Nieder-Olm ihren Vorsatz in die Tat umgesetzt. Sie wollten den übermächtigen Gegner von der ersten Minute an unter Druck setzen, ihn mal in die ungewohnte Lage bringen, einem Rückstand hinterher laufen zu müssen. Bis sechs Minuten vorm Ende funktionierte der Plan. Vier Tore lagen die Nieder-Olmer zurück, ehe sie sich bis zum 34:34 herankämpften. Sebastian Ruch ob des Happy-ends freudestrahlend: „Das Spiel war eine echte kleine Achterbahnfahrt“.

(aus: http://www.allgemeine-zeitung.de/sport/lokalsport/handball/alzey/verbandsliga-tv-alzey-schlaegt-in-letzter-sekunde-tv-nieder-olm-ii_18552449.htm)